Anlässlich des diesjährigen schulinternen Tages gegen Rassismus am 30.04.2026 setzte das Heinrich-Böll-Gymnasium ein klares Zeichen gegen Hassrede im Netz. Unter dem Leitthema „Rassismus, Diskriminierung und Hate-Speech in den sozialen Medien“ beschäftigten sich insbesondere die Jahrgangsstufen 5 - 9 intensiv und altersgerecht mit den Herausforderungen digitaler Kommunikation.

Ein besonderer Fokus lag hierbei auf der Frage, wo die Grenzen zwischen freier Meinungsäußerung und diskriminierender Hassrede verlaufen. In Diskussionen und Gruppenarbeiten erarbeiteten die Klassen zudem, welche (zum Teil auch strafrechtliche) Konsequenzen Hassbotschaften im Netz nach sich ziehen können und welche Emotionen die Konfrontation mit solchen Kommentaren bei den Betroffenen auslöst.
Im Anschluss vertieften die Schüler*innen diese Fragestellungen anhand konkreter Beispiele. So untersuchten beispielsweise die Schüler*innen der Jahrgangsstufen 8 und 9 exemplarisch den Fall des Fußballprofis Benjamin Henrichs, der nach massiver Internethetze juristisch gegen die Täter vorging. Aufbauend darauf entwickelten und erhielten die Klassen Strategien, wie man persönlich und gesellschaftlich wirksam gegen Hassrede im Internet vorgehen kann.
Ein weiterer besonderer Schwerpunkt lag auf der Extremismusprävention: Die Jahrgangsstufen 10 -Q1 erhielten einen Vortrag des Extremismus-Aussteigers Axel Reitz, der eindrücklich über seine eigene Radikalisierung und seinen Weg zurück in die demokratische Gesellschaft berichtete.
Axel Reitz (geb. 1983 in Dormagen) war über viele Jahre eine zentrale Figur der rechtsextremen Szene im Rheinland. Bereits im Jugendalter geriet er in das Umfeld der NPD und entwickelte sich in der Folge zu einem führenden Aktivisten und Propagandisten innerhalb verschiedener neonazistischer Netzwerke. Unter dem durch die Boulevardmedien geprägten Beinamen „Hitler von Köln“ galt er zeitweise als prägende Figur der Szene in Westdeutschland. Heute engagiert sich Axel Reitz in der Extremismusprävention. Als Referent und Mitglied des Vereins Extremislos e.V. (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) klärt er insbesondere junge Menschen über Mechanismen der Radikalisierung, die Wirkung extremistischer Propaganda und Wege der Deradikalisierung auf.

Im zweiten Teil der Veranstaltung hatten die Schüler*innen die Möglichkeit, dem Referenten Reitz gezielt Fragen zu stellen. Dabei ging es unter anderem um seine Haftzeit, seine Haltung zur AfD, die Frage nach einem möglichen Verbot der Partei sowie um sein Verhältnis zu seiner Familie. Der Film „Radikal“, der Radikalisierungsprozesse in den Bereichen Links- und Rechtsextremismus und Salafismus anhand der fiktiven Geschichte eines Jugendlichen thematisiert, beendete (…) den Vortrag eindrücklich. Ein großer Dank geht in diesem Zusammenhang an den Förderverein des HBGs, durch dessen Finanzierung diese Veranstaltung erst möglich gemacht werden konnte.
Ein gemeinsamer kreativer Abschluss verband alle Jahrgänge: In Zusammenarbeit mit der Schülervertretung gestalteten die Klassen und Oberstufenkurse künstlerische Statements gegen Hate-Speech. Eine Auswahl der entstandenen Arbeiten wird über die Social-Media-Kanäle der SV veröffentlicht und trägt die Botschaft des Tages bewusst in die digitale Öffentlichkeit: HBGegen Hatespeech und Ausgrenzung im Netz.