Fachbereich Philosophie

 

Philosophie

Die Philosophie ist ein neu einsetzendes Fach in der gymnasialen Oberstufe und gehört zum Bereich der Gesellschaftswissenschaften.

 

Die Philosophie versucht seit ihren Anfängen im Alten Griechenland Antworten zu finden auf Fragen, die aus dem Zweifel am Selbstverständlichen erwachsen.

So definiert Aristoteles die Fähigkeit zu staunen als eine wesentliche Bedingung für das Philosophieren, denn nur wer Fragen stellt, denkt über mögliche Antworten nach und stellt somit seine „Liebe zur Weisheit“ unter Beweis.

 

Immanuel Kant hat diesen Ansatz fortgeführt und mit „Sapere aude!“ (Wage es zu wissen!) den Wahlspruch der Aufklärung begründet.

Darüber hinaus hat Kant die verschiedenen Bereiche der Philosophie systematisiert, indem er sie in vier Grundfragen unterteilt hat:

1.     Was soll ich tun?

2.     Was kann ich wissen?

3.     Was darf ich hoffen?

4.     Was ist der Mensch?

 

Diese Fragen decken die Bereiche Ethik, Erkenntnistheorie, Metaphysik und Anthropologie ab. Im Philosophie-Unterricht soll es darum gehen, Grundsätze der Moral zu untersuchen (1. Frage Kants), Möglichkeiten und Grenzen von Erkenntnis zu definieren (2. Frage Kants), Fragen nach der idealen Gesellschaft und der Unsterblichkeit der Seele zu stellen (3. Frage Kants) und das Wesen des Menschen zu bestimmen (4. Frage Kants).

 

Dies geschieht einerseits durch genuines Philosophieren, um damit zu eigenen Antworten zu gelangen, andererseits durch das Kennenlernen von Positionen aus der Philosophiegeschichte. Dadurch soll den Schülerinnen und Schülern geistige Orientierung geboten werden, um personale Stabilität und Identität zu schaffen und so das eigene Leben sinnvoll zu gestalten.

 

Die methodische Hauptaufgabe des Faches Philosophie ist die Entwicklung von analytischen und argumentativen Fähigkeiten, um eigene und fremde Positionen begründen sowie kritisch hinterfragen zu können.

 

Praktische Philosophie

Das Fach Praktische Philosophie wird am Heinrich-Böll-Gymnasium durchgängig von der Jahrgangsstufe 5 bis 9 als zweistündiges Fach angeboten. Das Fach ist als Alternative für diejenigen gedacht, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen wollen.

 

Das Fach Praktische Philosophie lädt euch ein, über verschiedene Fragen nachzudenken, dazu euren eigenen Standpunkt zu finden und zu verteidigen. Es handelt sich um Fragen, die Menschen und insbesondere Philosophen seit eh und je beschäftigen, etwa

·        nach dem Sinn des Lebens,

·        nach der Bedeutung des Todes,

·        über richtiges oder falsches Handeln,

·        über das Wesen menschlicher Beziehungen,

·        über den Einzelnen in der Gesellschaft,

·        über den Stellenwert unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Positionen.

 

Inhaltlich stehen dabei verschiedene Fragenkreise im Vordergrund:

·        Fragenkreis 1: Die Frage nach dem Selbst

·        Fragenkreis 2: Die Frage nach dem Anderen

·        Fragenkreis 3: Die Frage nach dem guten Handeln

·        Fragenkreis 4: Die Frage nach Recht, Staat und Wirtschaft

·        Fragenkreis 5: Die Frage nach Natur, Kultur und Technik

·        Fragenkreis 6: Die Frage nach Wahrheit, Wirklichkeit und Medien

·        Fragenkreis 7: Die Frage nach Ursprung, Zukunft und Sinn

 

Die genannten Fragenkreise werden aus drei Blickrichtungen betrachtet und zwar

·        aus der Perspektive der eigenen Erfahrungen (personale Perspektive),

·        aus der Perspektive des gesellschaftlichen Zusammenhanges und

·        aus der Perspektive der Ideengeschichte (Ideenperspektive).

 

Im Unterricht des Faches Praktische Philosophie wird an euren Alltagserfahrungen angeknüpft. Die oben genannten Grundfragen des Lebens werden im Unterricht methodisch abwechslungsreich angesprochen, indem

·        Informationen und Orientierungswissen angeboten werden,

·        Erfahrungen und Handlungen gemeinsam überprüft und beurteilt werden,

·        begründet diskutiert und argumentiert wird.

 

Zentrale Ziele des Unterrichtes sind dabei, Grundlagen für verantwortliches Handeln und tolerantes Auftreten gegenüber anderen zu entwickeln.